Manche mag das Thema nerven, mich nicht. Ich bin in einer Zeitspanne großgeworden, die mich zwar DDR, Umbruchphase UND junges wiedervereintes Deutschland miterleben ließ, allerdings war ich zur Zeit der Wende 8 Jahre alt und habe natürlich vieles nicht verstanden. Vieles war einfach ein Gefühl und auch wenn ich die Fakten nachträglich kennengelernt habe, fällt es mir schwer, das alles zu einem kohärenten Bild zu verknüpfen, wie das Leben in der DDR aus Jugendlichen- und Erwachsenensicht gewesen sein mag. Da treten ja ganz andere Probleme auf als erzwungene Fahnenappelle oder Pioniernachmittage.
Insofern sauge ich Informationen zu diesem Thema auf wie ein Schwamm. Auch, um meine Wurzeln nicht zu vergessen, denn das ist mir noch ganz gut in Erinnerung geblieben: das Gefühl, dass einem Menschen einreden wollten, jahrelang "falsch" gelebt zu haben und nun alles toll finden zu *müssen*. Natürlich war es ein Unrechtsstaat und ich möchte beileibe nicht zurück, aber wir hatten trotzdem schöne Momente, gerade im privaten. Und nein, nicht jeder Nachbar war ein Stasispitzel und ja, es gab sowas wie Nachbarschaftlichkeit. Und in diesem Kontext muss man auch mal Aussagen wie "Es war nicht alles schlecht" verstehen.
Ähmja. Was ich aber eigentlich zeigen wollte, ist ein Film, den wir in der Oberstufe mal in Geschichte gesehen haben. Und ich muss sagen: bin ich heilfroh, dass wir damals Gorbatschow und seinen fast schon Brandt'schen Ansatz des "etwas mehr Demokratie wagen" hatten.
Wie es anders hätte ausgehen *können*, zeigt folgendes Planspiel: natürlich fiktiv, aber in sich durchaus logisch. Und das ist das beängstigende.