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stadtkatze [userpic]

Hin und wieder zurück - Tag 1

24. September 2010 (13:09)
bouncy

herz: bouncy

Sa, 21.08.2010
Saint Jean Pied de Port – Orisson

Ich bin immer noch der Meinung: Gut, dass ich heute nur bis Orisson gelaufen bin! Den Füßen geht es gut, nur die Beine wurden zum Ende etwas schwer und der Anstieg war wirklich hart.

Im „Esprit du Chemin“ habe ich erstaunlich gut geschlafen. Ohrenstöpsel sind tatsächlich ein Segen und wenn man sich das Handy unters Kopfkissen packt, wird man vom Vibrationsalarm wach, auch wenn man den Weckton nicht hört.
Gegen 6 Uhr bin ich aufgestanden, habe meinen Rucksack wieder zusammengepackt und bin zum Frühstück gegangen. Einen Orangensaft und eine Schale Müsli später hieß es dann, wir müssten auf unser Lunchpaket noch ein wenig warten, der Bäckerwagen sei noch nicht vorbeigekommen, es gebe noch kein Brot. Man arbeite aber an einer Lösung.
Nun gut, dies gab mir Zeit, mich einer der Traditionen des Hauses zu widmen:

Wenn Sie ihren Camino (oder: eine neue Etappe) bei uns anfangen, markieren sie dann diesen Start! Wie? Wir geben sie eine Kapsel und laden sie ein, einen persönlichen Bericht, einen Wunsch, ein Objekt oder etwas was hinter ihnen bleiben soll … usw. in die Kapsel zu füllen. Diese Kapsel können sie dann vor der Abreise in einen Kunstwerk in unseren Garten legen (> Foto oben).

Das wollte ich unbedingt tun, wusste aber nicht genau, was ich nun in diese Kapsel tun sollte. Mein Tigerauge, das ich trotz der zwei Extrasteinchen für das Cruz de Ferro mitgenommen hatte? Nein, die Zeit, mich davon zu trennen, war noch nicht gekommen. Da fiel mein Blick auf meinen Gepäckaufkleber von der Fluggesellschaft und das Namensschildchen der französischen Bahngesellschaft. Was symbolisierte meinen Start besser? Ich rupfte die Schilder vom Rucksack und stopfte sie in eine Kapsel, ließ mir dann die Skulptur zeigen und bevor ich die Kapsel durch den engen Maschendraht der Skulptur drücken konnte, kamen zwei niederländische Fotografen in die Herberge und wollten Fotos machen. So wurde ich dann auch noch mehr oder weniger freiwillig zum posierenden Pilger, der langsam und ganz fotogen ein Bällchen in ein Gefäß wirft.

In der Zwischenzeit war dann auch das Brot angekommen, so dass ich dann auch mein erstaunlich riesiges Lunchpaket in Empfang nehmen konnte. Zum Abschied verteilten die Hospitaleros noch kleine Gedichtkärtchen in allen möglichen Landessprachen. „Antje, du sprichst doch auch Spanisch, nicht?“, fragte mich Huberta, die Herbergsmutter. Als ich bejahte, meinte sie: „Gut, dann gebe ich es dir auf Spanisch, das ist nämlich das Original.“ Ich war ein wenig zu stolz, um trotzdem nach der deutschen Fassung zu fragen, denn schon beim ersten Blick auf das Kärtchen sah ich, dass mein Spanisch mit diesen Worten doch etwas überfordert war. Aber ich dachte mir, dass ich unterwegs schon jemanden treffen würde, der mir das genauer übersetzen könnte.

Caminante, son tus huellas
el camino, y nada más;
caminante, no hay camino,
se hace camino al andar.

Al andar se hace camino,
y al volver la vista atrás
se ve la senda que nunca
se ha de volver a pisar.

Caminante, no hay camino,
sino estelas en la mar.
(Antonio Machado)

Kurz nach halb acht marschierte ich dann los und schaute mir noch ein wenig das putzige Städtchen an. Dann machte ich mich auf die Suche nach dem kleinen Pilgerbedarfsladen, denn ich brauchte noch Sonnencreme und den obligatorischen Pilgerstab. Mit Trekkingstöcken à la Nordic Walking wollte ich nun wirklich nicht laufen, war aber der Meinung, über die Berge und notfalls auch im Sinne der Verteidigung könnte mir ein solcher Stab schon helfen.
Für schlappe 8 Euro erstand ich dann auch einen brusthohen Holzstab mit Handschlaufe, Metallspitze und eingeschnitzter Jakobsmuschel. Sehr schön! Beim Kauf der Sonnencreme allerdings hätte ich mich am liebsten in den Hintern gebissen, dass ich meine Flasche aus Gewichtsgründen daheim gelassen und hier auf eine leichtere Tubenvariante mit höherem LSF gehofft hatte. Natürlich gab es die, soweit kein Problem, allerdings durfte ich stolze 20 Euro für so eine Tube schweißresistente „active and long-lasting“ Supercreme berappen! Zähneknirschend steckte ich die Tube ein und beschloss spontan, sie nicht zu mögen.

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Der Blick von der Brücke auf den Fluss Nive und die Häuschen im Morgennebel versöhnte mich allerdings wieder. Es versprach, ein schöner Tag zu werden. Nur wo zum Henker begann jetzt eigentlich der Jakobsweg? Wo ging es lang? Ich fand kein Schild, das mir den Weg weisen konnte. Kurz hinter dem Stadttor traf ich auf eine Pilgerin älteren Semesters, die ebenso ratlos aus der Wäsche schaute wie ich. Auf Französisch erklärte sie mir, dass sie den Weg nach Orisson suche. Nun, dann suchten wir erst einmal gemeinsam und, voilà, fanden auch den richtigen Weg. Wir kamen ins Gespräch und ich hätte es sehr seltsam gefunden, beim gleichen Ziel nun auf einmal vorzupreschen oder betont langsamer zu gehen. Also liefen wir zusammen und unterhielten uns ein wenig. Die kleine grauhaarige Frau hieß Marie-Aimée und lebte in Montréal, Kanada. Ursprünglich kam sie aber aus Frankreich, daher war ihr Englisch auch eher eine Notlösung und wir beschränkten uns aufs Französische, was mich allerdings wiederum ab und zu ins Schwitzen brachte. Zum zweiten Mal an diesem Tag stellte ich fest, was ich doch für ein Fachidiot geworden war.

Zum Glück bot uns die Strecke, die wir liefen, genügend Anlass, ab und zu stehenzubleiben und die Landschaft zu bewundern. Da fiel es nicht so auf, dass der kontinuierliche Anstieg uns beide etwas aus der Puste brachte. Es hatte schon etwas von Alpenpanorama, wie wir so an Weiden vorbeiliefen und durch die Nebelwolken brachen, so dass wir von oben auf sie draufschauen konnten.
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Unterwegs trafen wir noch auf zwei junge deutsche Mädels, die nach ihrem bestandenen Abitur mit dem Jakobsweg eine Auszeit nehmen wollten, und liefen ab da dann zu viert. Selbst wenn sich ein Grüppchen wieder absonderte, wurde es doch keine Viertelstunde später wieder eingeholt. Es ist wirklich erstaunlich, wie jeder sein Tempo läuft und doch immer wieder auf die anderen trifft.

Es wurde sehr warm und sonnig und wir brauchten wirklich einiges an Verschnaufpausen. Der Wasserverbrauch stieg drastisch und bald waren die T-Shirts durchgeschwitzt. Die merkwürdigen Asiaten, die mit dem Van vorfuhren und der Meinung waren, uns filmen und interviewen zu müssen, ignorierten wir dann ab dem dritten Versuch komplett.
Nach ein paar Stunden sah es dann so aus, als ginge es nicht mehr viel höher. Die Berghänge waren mit Unmengen von Farnkraut bedeckt und Schatten wurde zur freudig begrüßten Seltenheit. Tatsächlich sahen wir über den Gipfeln sogar Geier kreisen und scherzten müde, dass die nur noch zwei Stunden warten müssten, bis wir erschöpft am Boden lägen. Der Ausblick über die Berge rechtfertigte aber alle Mühen und Anstrengungen.

Nach einer Wasserquelle, die uns wie das reinste Labsal erschien, dauerte es dann zum Glück nicht mehr lange und dann schleppten wir uns mit letzter Kraft die Straße zur Herberge hinauf. Faszinierender Anblick: keine Ortschaft, keine Häuser, nichts. Nur ein Steinhaus am Berghang und auf der anderen Straßenseite eine hübsche Aussichtsterrasse mit Tischen, Stühlen und leuchtend gelbem Sonnendach.
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Wir setzten uns in den Schatten, genossen die Aussicht, ich aß mein Lunchpaket und gegen 14 Uhr konnten wir dann auch endlich das Zimmer beziehen. Nach einer Dusche und der von nun an wohl obligatorischen Handwäsche der verschwitzten Kleidung hängte ich die nassen Kleider auf die Leine hinter dem Haus und hörte im Rücken ein „Hallo, good to see you!“. Da saß hinter dem Haus die eine Australierin, die ich am Vorabend in der Herberge schon gesehen hatte. Während des Abendessens hatten wir aber an verschiedenen Tischen gesessen, so dass wir nicht weiter ins Gespräch gekommen waren. Das holten wir nun nach. Glenda, so der Name der hochgewachsenen Mittvierzigerin, kam eigentlich aus Südafrika, war aber vor 15 Jahren mit ihrem damals kleinen Sohn nach Australien ausgewandert. Sie war nicht in Saint Jean gestartet, sondern war bereits seit 4 Wochen durch Frankreich unterwegs. Im Gespräch mit ihr verging die Zeit wie im Flug und beim Abendessen lernten wir noch viele Menschen, und vor allem junge Pärchen, kennen, die wir im Laufe der nächsten Tage immer mal wieder sehen sollten. Da waren Dona und Alban aus Frankreich, die aber ausgezeichnet Englisch sprachen, Verena und Martin aus Freiburg, Julia und Michi aus Leipzig, Heike aus Trier, Monika aus Magdeburg und Melissa aus Quebec. Überhaupt fanden wir, dass so einige Frankokanadier unterwegs waren.

Das Abendessen war mit Gemüsesuppe, Lamm und Weißen Bohnen jetzt nicht weltbewegend, aber es war in Ordnung und machte satt. Nur das Weißbrot ging mir jetzt schon auf den Keks. Nach dem Essen stand ich dann mit den anderen noch ein wenig auf der Terrasse herum und sprach mit den deutschen Pärchen, dann war es aber auch schon Zeit, aufs Zimmer zu gehen, denn um 22 Uhr war für gewöhnlich Nachtruhe angesagt. Und müde waren wir ohnehin.

Fazit: Alleine zu starten heißt nicht, alleine zu laufen.

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Hin und wieder zurück - Tag 0

17. September 2010 (18:19)
busy

herz: busy

Fr, 20.08.2010
Berlin – Saint Jean Pied de Port

Der Tag begann wirklich außerordentlich früh: gegen halb vier Uhr morgens klingelte der Wecker, ich huschte durchs Bad, schlüpfte in die Hälfte meiner Trekkingkleidung (die andere befand sich im Rucksack, den ich glücklicherweise schon am Vorabend beim Flughafen aufgegeben hatte) und der beste Mann von allen begleitete mich dann noch durch das Dunkel Berlins zur S-Bahn. Am Bahnhof Beusselstraße wartete ich dann auf den ersten TXL-Bus des Tages und war gegen 5 Uhr am Flughafen Tegel. Check-In und Bordkarte hatte ich ja alles bereits, also musste ich nur noch durch die Sicherheitsschleuse und konnte kurze Zeit später am richtigen Gate auf meinen Airberlin-Flieger nach Paris warten.

Um 6:30 hoben wir dann endgültig ab. Ich bin schon einige Male geflogen, nichtsdestotrotz finde ich es immer wieder spannend. Die Beschleunigung beim Start, das Abheben, die Miniaturlandschaft von oben, das Durchbrechen durch die Wolken und den ewigen Sonnenschein.
Wolken hatte ich beim Hinflug allerdings kaum, also konnte ich die ganze Zeit die Landschaft beobachten und die anderthalb Stunden bis nach Paris boten wirklich mehr als genug Zeit.
In Paris Orly angekommen holte ich mir erst einmal meinen eingepackten Rucksack vom Förderband und versuchte mich dann einer Frau am Informationsschalter verständlich zu machen, wo denn der Zubringerbus zum Bahnhof Montparnasse abführe. Fünf Minuten später hatte ich den richtigen Busbahnsteig gefunden, fand auch irgendwann heraus, dass man das Busticket dann beim Fahrer kaufen muss und ließ mich um 8:30 Uhr durch nette Ecken von Paris kutschieren. So viel schmiedeeisernes verschnörkeltes Gedöns (Balkons, Geländer, Straßenlaternen, Straßenschilder, Caféstühle) würde ich gern mal in Berlin sehen!

Am Bahnhof Montparnasse hatte ich dann noch knappe drei Stunden bis zur Abfahrtszeit meines Zuges, aber ich traute mich auch nicht unbedingt auf einen längeren Spaziergang. Zum einen hätte ich nicht gewusst wohin, schon gar nicht mit all dem Gepäck, zum anderen hatte ich schlichtweg Angst, mich zu verlaufen und nicht rechtzeitig wieder am Bahnhof zu sein. Also lief ich durch den Bahnhof, schaute mir alles ungefähr dreimal an, kaufte mir ein belegtes Baguette, saß ein wenig draußen auf dem Vorplatz, ging dann wieder hinein und wartete. Hätte ich nur ein Buch mitgenommen! Aber der Grammjäger in mir hatte befunden, dass das sei viel zu schwer und unnötig wäre und wahrscheinlich hätte ich ohnehin keine Zeit, das zu lesen. Begnügte ich mich also mit meinem Pilgerführer und las mir die ersten Etappen etwas genauer durch.

Dann suchte ich so etwas wie einen Minimarkt, denn der Durst meldete sich und eine Flasche Wasser konnte mir bei über 5 Stunden Zugfahrt sicher nicht schaden. Bis auf Imbissstände war aber nichts aufzufinden und dort verlangten die für 1,5l doch tatsächlich mal stolze 3,50€! Das war dann Grund genug für mich, doch noch die nähere Umgebung zu erkunden, bis ich einen Supermarkt gefunden hatte und einen Liter für schlappe 52 Cent erstand. Dafür sollte der Kaugummi das Dreifache des normalen deutschen Preises kosten? Nicht mit mir. Sehr merkwürdige Sitten, die Franzosen!

Dass man die Zugtickets vor Besteigen des Zuges noch selbst an einem kleinen Automaten abstempeln muss, irritierte mich auch hochgradig. Sind für so etwas dann nicht die Zugbegleiter zuständig? Diese kontrollieren ja tatsächlich dann ebenfalls noch einmal. Warum also dieser Aufwand?
Landschaftlich war die Fahrt durchaus reizvoll, ich war nur so müde, dass ich immer wieder einnickte. Bei dieser Fahrzeit, ohne Buch und Bewegung ist das aber auch das einzige, was man irgendwann sinnvoll tun kann. Groß war dann die Erleichterung, als endlich Bayonne angekündigt wurde. Der Zug war auch pünktlich, so dass ich meine 10 Minuten Umsteigezeit nicht mehr als so knapp ansah wie zu Beginn.
Beim Aussteigen sah ich dann auch schon die ersten Pilgerscharen und wusste somit automatisch, auf welchen Bahnsteig ich wechseln musste. Wenn der unklimatisierte Bummelzug dann aufgrund des sehr sommerlichen Wetters nicht so unerträglich heiß gewesen wäre, hätte das eine wunderbare Fahrt durch hübsche Pyrenäentäler einem Flusslauf entlang folgend sein können. So war es zwar immer noch ein hübscher Ausblick, aber eher aus einer Sauna heraus.

Saint Jean Pied de Port ist aber richtiggehend entzückend, ich war spontan in das Städtchen nahe der französisch-spanischen Grenze verliebt. Kleine alte Häuser am Berghang, Blumenkästen und Holzfensterläden überall. Die Herberge, für die ich vor ein paar Tagen meine erste Übernachtung reserviert hatte, war ein buckliges niedriges Häuschen mitten in der Altstadt, direkt gegenüber vom Pilgerbüro. Dorthin geht man normalerweise zu Beginn der Reise, um sich statistisch als Pilger erfassen zu lassen, sich einen Pilgerpass, den Credencial, ausstellen zu lassen und den ersten Stempel zu bekommen, der einen als Pilger ausweist und einem das Übernachten in den Pilgerherbergen erlaubt. Ich hatte mir meinen Credencial schon von der deutschen Jakobusgesellschaft zuschicken lassen und wollte allein für die Statistik dann auch nicht anstehen. Also ging ich gleich zur Herberge und wurde von der holländischen Herbergsmutter und den freiwilligen Helfern (im spanischen später Hospitaleros genannt) sehr warm und herzlich empfangen. Man zeigte mir mein Bett in einem Vierbettzimmer und auf dem Kissen fand ich nicht nur ein handgeschriebenes Post-It mit einer gemalten Jakobsmuschel, „Herzlich Willkommen“ in mehreren Sprachen und meinem Namen, sondern auch ein kleines Bonbon daneben. Ach, wie lieb!

Nach einer Dusche und kleinen Gesprächen mit meinen Zimmergenossinnen war es Zeit für das gemeinsame Abendessen. Jeder der 18 Pilger stellte sich (nach Möglichkeit auf englisch und/oder französisch) vor, während wir an zwei Tischen im kleinen Innenhof saßen, es gab eine kleine stille Gedenkminute und dann durfte auch der Apéritif in Form eines Schlückchens Muskatellerweins vernichtet werden.
Es folgte Tomatensuppe mit Croûtons und Brot, Spinat-Empañada mit Feta, Rosinen und Pinienkernen, Reis, Möhrengemüse, Rote-Bete-Apfel-Rohkost, Salat, Tzatziki und ein Stück Honigmelone. Dazu Wasser und Rotwein reichlich und zum Dessert ein hausgemachtes Schokoladenmousse mit Sahne und Krokant. Wow, also wenn das Essen überall so ist, werde ich sicher kein Gramm abnehmen!

Gästetechnisch war alles fest in holländischer Hand, der Laden schien wegen der niederländischen Herbergseltern ein Geheimtipp zu sein, aber es waren auch Leute aus Schweden, Australien, Spanien und Kanada da. Franzosen natürlich ebenfalls.
Nach dem Essen lief ich noch kurz zur Zitadelle hoch, bewunderte den Ausblick über die Stadt und die Täler, bestellte dann in der Herberge mein Lunchpaket für den morgigen Tag und habe alles bezahlt.

Der letzte Gedanke des Tages war: „Bloss gut, dass ich morgen nur die 8 km bis Orisson laufe, so heiß, wie das werden soll…“

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(Saint Jean Pied de Port am Abend)


stadtkatze [userpic]

Hin und wieder zurück - Prolog

17. September 2010 (18:07)
busy

herz: busy

It's a mystery to me
We have a greed with which we have agreed
And you think you have to want more than you need
Until you have it all, you won't be free

Society, you're a crazy breed
I hope you're not lonely, without me

When you want more than you have, you think you need
And when you think more than you want,
your thoughts begin to bleed
I think I need to find a bigger place
Cause when you have more than you think,
you need more space

Society, you're a crazy breed
I hope you're not lonely, without me
Society, crazy and deep
Hope you're not lonely, without me...

There's those thinking, more or less, that less is more
But if less is more, how you’re keepin' score
Means for every point you make your level drops
Kinda like you're startin' from the top,
and you can't do that

Society, you're a crazy breed
I hope you're not lonely, without me
Society, crazy indeed
I hope you're not lonely, without me
Society, have mercy on me
I hope you're not angry, if I disagree
Society, you're crazy indeed
I hope you're not lonely, without me
(Eddie Vedder)

Über das Wie und Warum der Idee, den spanischen Jakobsweg zu gehen, könnte ich entweder nichts sagen oder mehrere verschiedene Begründungen und Situationen anführen, die jede für sich nicht hundertprozentig richtig sind aber auch nicht falsch. Irgendwie hat es sich wie ein Puzzle einfach so zusammengefügt.

Natürlich kenne ich das Buch von Hape Kerkeling. Genauer gesagt, das Hörbuch. Ich muss aber gestehen, dass ich es nie durchgehört habe. Aber zumindest wusste ich da schon mal, dass es den Jakobsweg gibt, und fand die Sache an sich ziemlich spannend.
Zum anderen fasziniert mich seit längerem die Idee des „einfachen Lebens“, sprich, ohne viel Schnickschnack und das neuste Trendgedöns. Mich interessiert weniger, wie viel man zum Leben braucht, sondern eher, wie wenig. Weniger ist in meinen Augen zumeist mehr. Und der Gedanke des (zeitweiligen) Aussteigens aus dem Alltag ist immer reizvoller geworden. Alles hinter sich lassen. Nur mit dem Nötigsten im Gepäck mit sich selbst unterwegs sein. Neuland entdecken. Im Rahmen der Möglichkeiten frei sein. Die Einsamkeit des Langstreckenläufers, sozusagen.

Konkret kam es aber noch mal zum letzten Anstoß, als ich zu einer „Shopping“-Verabredung zum Alexanderplatz lief, weil ich früh dran war, das Wetter gut und ich zu geizig war, einen Fahrschein zu zahlen. Als ich dann im Bahnhofsbuchladen stöberte, stolperte ich über das Buch von Paolo Coelho zum Jakobsweg und kaufte es spontan. Am Nachmittag spazierte ich noch einmal zwei Bahnstationen vom Treptower Park bis Baumschulenweg und las in meinen Pausen immer mal in dem Buch herum. Und dachte: das wäre es eigentlich. Könnte ich nächstes Jahr vielleicht mal machen.

Wie ich aber so bin, sind fixe Ideen bei mir auch im wörtlichen Sinne meist fix, sprich schnell. Keine drei Stunden später stand fest: Ich WILL das machen und am praktischsten wäre es tatsächlich noch in diesem Jahr.

Am gleichen Abend fragte ich den besten Mann von allen, was er davon hielte. Die Antwort war etwas ernüchternd: „Aha. Lass mich mal drei Nächte darüber schlafen.“ Aber was blieb ihm übrig, als mich ziehen zu lassen? Erst recht, als er merkte, dass es mir durchaus ernst damit war, und ich wirklich bemüht war, an alles zu denken und nicht einfach überstürzt loszuhasten. Dass er nicht mitkommen würde, wusste ich ja im Vorfeld. Vom zeitlichen Aspekt mal abgesehen, ist Wandern nun wirklich nicht seine Sache. Und es ging ja auch weniger um einen beschaulichen gemeinsamen Urlaub als vielmehr um eine ganz persönliche Auszeit für mich.

Im nachhinein ist mir ein schöner Spruch über den Weg gelaufen: „No hago yo el camino, el camino me hace a mí.“ Im übertragenen Sinne: Nicht ich bin zum Jakobsweg gekommen, der Jakobsweg ist zu mir gekommen. Wahrscheinlich ist es wirklich so. Viele Pilger haben mir erzählt, dass sie keinen konkreten Grund angeben können, warum sie den Camino gehen. Sie haben einfach irgendwann den Wunsch verspürt und dem Ruf nachgegeben.

So auch ich.

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(Mein Reisegepäck für den Jakobsweg: 45l-Rucksack plus Isomatte)



stadtkatze [userpic]

Weil es so dermaßen zu diesem Sommer passt:

20. Juli 2010 (14:10)
happy

herz: happy

So soll es sein,
so kann es bleiben.
So hab' ich es mir gewünscht.
Alles passt perfekt zusammen,
weil endlich alles stimmt.

So soll es sein,
so kann es bleiben.
Genauso ist es gut.
Alles passt perfekt zusammen,
weil endlich alles in mir ruht.

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Endlich Somma!

15. Juli 2010 (19:19)
cheerful
Tags:

herz: cheerful


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Aktuelle Obsessionen:

22. Mai 2010 (13:36)
impressed
Tags:

herz: impressed

  • Blumfeld / Jochen Distelmeyer
  • Patenbrigade Wolff
  • Silence (vor allem Vain - Tribute to a Ghost, das Album ist ganz hohe Kunst)
Der Sänger von Silence kann ja so herrlich dreckig von unten an die Töne rangehen... und weil ich es so großartig finde, als Video ein kleines Duett. Sex für die Ohren:

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Wenn wir gerade in musikalischen Erinnerungen schwelgen

22. Mai 2010 (12:15)
busy

herz: busy
ohr: Jan Koch - Manchmal im Mai | Powered by Last.fm

Der Soundtrack des vergangenen Diplomarbeitssommers:

Jan Koch - Manchmal im Mai

Gjallarhorn - Suvetar

The Organ - Memorize the City

Angelo Branduardi - Il violinista di Dooney

David Bowie - Time Will Crawl

Artwork - Starlight Garden

Jim Croce - Time in a Bottle

Purwien - Alle Fehler

Mutabor - Ich will weg

Nick Drake - Road

Patenbrigade Wolff - Maurerradio

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Eines Tages

22. Mai 2010 (10:48)
pensive

herz: pensive

Wiederentdeckt: Blumfeld - Eines Tages )

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Rücksturz zur Erde!

31. März 2010 (13:38)
chipper
Tags:

herz: chipper

EinsFestival bringt momentan die Folgen der Raumpatrouille Orion! Mit jeweils drei Wiederholungen pro Folge und im wöchentlichen Rhythmus.

Heute 20:15 Uhr gehts los!



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Und selbst ich als Übersetzer muss zugeben, dass die Blödelsynchro des Beatlesfilms "A Hard Day's Night" das englische Original in den Schatten stellt. Auch wenn sie sich überhaupt nicht an die Dialoginhalte hält. Wie heißt es so schön: "Übersetzungen sind wie Frauen. Die schönen sind nicht treu und die treuen sind nicht schön."
Ähnlicher Fall: Monty Pythons Ritter der Kokosnuss.
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stadtkatze [userpic]

Eins meiner Lieblingslieder

25. März 2010 (13:58)
artistic
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herz: artistic


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